Winkelbohrmaschine – um die Ecke bohren

Bei der Winkelbohrmaschine handelt es sich um eine Sonderform der Schlagbohrmaschine bzw. eines normalen Bohrschraubers. Dieses Arbeitsgerät verfügt über einen verstellbaren Kopf, der bis zu einem Winkel von 90 Grad verstellbar ist. So ist es möglich, selbst an Stellen zu arbeiten, die ansonsten schwer zugänglich sind, und das ohne sich beim Arbeiten zu verrenken oder die Arme verdrehen zu müssen.

Eine Winkelbohrmaschine ist in zwei Varianten verfügbar:

  • Als Schlagbohrmaschine und
  • als Bohrschrauber.

Worauf beim Kauf achten

Auch Heimwerker hegen den Wunsch, professionell zu arbeiten, denn was gibt es schöneres, als etwas selbst in die Hand zu nehmen. Doch es gibt ein Problem: Viele Geräte sind für einige Situationen bzw. Arbeitseinsätze nicht gerade geschaffen, wie bspw. Bohrmaschinen. Doch eben diese soll bei der Arbeit hilfreich sein. Ein Winkelbohrer ermöglicht es mit seinem kraftvollen Elektro-Antrieb ohne großen Kraftaufwand zu arbeiten und mit weniger Zeitverlust.

Bei der Auswahl gilt es zunächst eine Frage zu beantworten: mit Schlag oder ohne? Bei dem Arbeitsgerät mit Schlag handelt es sich um eine Schlagbohrmaschine, die sicherlich über einige Vorteile verfügt, doch nicht immer hilfreich ist. Geht es um den Kauf einer Winkelbohrmaschine, sollte grundsätzlich ein Produkt ohne Schlag gewählt werden. Der Grund ist, dass der Schlagbohrer mit Winkelgetriebe eine geringere Auflagefläche bietet mit der Folge, dass die Arbeit im Winkel fast ebenso schwerfällig ist, als bei einer Bohrmaschine ohne Winkel. Der einzige Vorteil hier ist, dass es mit der Schlagbohrmaschine möglich ist auch in Beton zu bohren. Geht es um das Bohren in Holz, Metall und Kunststoff, ist der Winkelbohrer voll und ganz ausreichend.

Ein weiterer Fakt auf den es zu achten gilt ist die Leistung. Bei einem Elektrisch betriebenen Gerät sagt diese sehr viel aus und bei einer Winkelbohrmaschine ist diese ein guter Richtwert. Auch die Drehzahl ist von Bedeutung, wobei die Werte von dem Material abhängig sind, das bearbeitet werden soll. Zumeist ist eine Leistung von 500 Watt jedoch vollkommen ausreichend. Zudem gilt es auf eine stufenlose Drehzahl-Regulierung zu achten, um diese nach Bedarf einzustellen.

Einen großen Vorteil genießt der Heimwerker, wenn er auf eine Akku-Winkelbohrmaschine zurückgreift. Durch den Akku ist die Maschine auch ohne Kabel einsatzbereit, wobei hier auf einen möglichst leistungsstarken Akku zu achten ist. Hier sind die Lithium-Ionen-Akkus klar im Vorteil die zumeist mit einer Leistung von 10,8 V angeboten werden.

Für das bequeme arbeiten gilt ebenfalls, auf das Gewicht der Maschine zu achten. Die Bohrer mit Kabel sind leichter und weise in der Regel rund 1,5 Kilogramm auf. Damit sind sie im Vergleich zu den Akku-betriebenen Geräten weitaus leichter, die ein Gewicht zwischen drei und vier Kilogramm aufweisen.

Um einen Schnellstopp und/oder Serienverschraubungen präzise durchführen zu können, sollte bei der Auswahl auf eine Motorbremse geachtet werden. Ein weiterer Punkt ist die Einstellung der Winkel. Diese sollte möglichst fein sein, um den Bohrkopf in verschiedene Winkel-Positionen einzustellen.

Ein letzter Punkt sind der Bohrdurchmesser und der Bohraufsatz. Diese sollten passend zum Vorhaben sein. Denn beide sind abhängig von dem Material, dass mit dem Winkelbohrer bearbeitet werden soll. Eben aus diesem Grund sollten passende Bohraufsätze im Lieferumfang enthalten sein.

Bekannte Winkelbohrmaschinen Hersteller/Gründungsjahr

Fein: Gegründet 1867 von den Brüdern Carl und Wilhelm Emil Fein. Letzterer gilt als der Erfinder der ersten Handbohrmaschine mit Elektro-Antrieb. Sitz des Unternehmens ist in Schwäbisch Gmünd-Bargau.

DeWalt: Raymond DeWalt gründete das Unternehmen 1924 und er war als Erfinder der Radial-Arm-Kreissäge. Seit 1960 gehört DeWalt zu Black&Decker.

Wuerth: ein deutsches Familienunternehmen. 2015 wurde die Würth-Gruppe zum 13. größten Familienunternehmen in Deutschland publiziert. Sitz des Unternehmens ist in Künzelsau (Baden-Württemberg).

Westfalia: 1923 wurde das Unternehmen in Hagen gegründet. Die Westfalia Winkelbohrmaschine 380W ist eines der eigenen Produkte.

Makita: das japanische Unternehmen wurde 1915 gegründet und ist mittlerweile international vertreten. Über 1.000 verschiedene Produkte sowie Maschinen sind im Sortiment enthalten. Die Elektro-Werkzeuge sind speziell für Handwerker und Heimwerker entwickelt.

Bosch: Im Bereich der Bohrmaschinen ist das 1886 gegründete Unternehmen besonders bekannt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 375.000 Mitarbeiter, verteilt über 50 Länder.

Die Vor- und Nachteile einer Winkelbohrmaschine

  • leichtgewichtig
  • großer Einsatzbereich
  • starke Leistung
  • an schwierigen Stellen präzise bohren

Der Nachteil ist, dass die Winkelbohrmaschine schnell Schaden nehmen kann, wenn nicht die passenden Bohrer genutzt werden.

Hilfreiches Zubehör

Sicherlich ist gutes Zubehör hilfreich, wenn es um das komfortable und mühelose bohren geht. Damit es auch möglich ist, zu fräsen oder zu schleifen, gibt es das passende Zubehör. Damit wird die Winkelbohrmaschine gleich vielseitiger. Der benötigte Aufsatz wird einfach in das Bohrfutter eingespannt und schon kann die Arbeit beginnen. Zudem gibt es im Zubehörhandel verschiedene Bohraufsätze für unterschiedliche Zwecke und Materialien. Empfehlenswert ist es, jeweils einen Bohrsatz für Stein, Holz und Stahl zu besitzen. Zudem gibt es universelle Bohraufsätze, die sich für die Bearbeitung von Holz, Plast und Metall eignen. Des Weiteren gibt es Spiralbohrer sowie Gewinde-Bohrer.

Zumeist ist ein Bohraufsatz aus HSS-Stahl gefertigt, mit es der Heimwerker schnell arbeiten kann, da das Material besonders hart und verschleißresistent ist.

Sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten

Bei der Winkelbohrmaschine handelt es sich um ein spezielles Gerät, aber zugleich ist es ein Muss in jeder Heimwerker-Werkstatt, neben dem Geradschleifer. Die Gründe sich ein solches Gerät anzuschaffen sind vielfältig:

  • Für Feinarbeiten,
  • für arbeiten in engen oder verschachtelten Räumen bzw. in beengten Raumverhältnissen,
  • in schwer zugänglichen Ecken,
  • bei arbeiten an schwer zugänglichen Konstruktionen,
  • beim Möbelauf- und abbau,
  • bei Arbeiten am Fahrzeug – vor allem an der Karosserie,
  • beim Hausbau,
  • Renovierungsarbeiten und
  • im Garten bspw. Aufbau eines Gartenhauses.

Die manuelle Alternative zur Winkelbohrmaschine

Wer sich nicht auf eine Winkelbohrmaschine verlassen möchte, sondern selbst Kraft und Energie beim Heimwerken einsetzen möchte, der kann auf zwei alternativen zurückgreifen:

Den Handbohrer: Dabei handelt es sich um eine äußerst traditionelle Art des Bohrens. Er ist der Vorgänger der elektrischen Bohrmaschine und verfügt über keinerlei Antrieb oder einen Motor. Hier wird einiges an Muskelkraft benötigt und es kostet Zeit. Der Handbohrer funktioniert mit Kurbeltechnik.

Der Meißel: Ein Mauereinbruch laesst sich mit einem Meißel in die Tat umsetzen, vor allem mit einem Breit-Meißel. Ein dünner Meißel genutzt, kann mithilfe der Schlagwirkung als Bohrer genutzt werden, wobei die Bohrungen sehr fein sind.

Natürlich hat eine Winkelbohrmaschine mit Elektro- oder Akku-Antrieb ihre Vorteile, denn mit ihr werden Kraft, Energie und Zeit gespart, da sie den größten Teil der Arbeit übernehmen. Das ist praktisch, egal bei welcher Arbeit.